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Da lese ich doch ganz entspannt, wie immer, die monatliche Zeitschrift des NFV (Niedersächsischer Fußballverband) „NFV Journal“, das u.a. in mehrfacher Ausgabe allen Niedersächsischen Fußballvereinen zur Verfügung gestellt wird, und zucke plötzlich nervös zusammen.

 

Da springt mir doch plötzlich (Ausgabe Nr.10/2020) innerhalb des sehr interessanten Artikels „‘Gutpunkte‘ für mehr Fairness auf dem Platz“ über die Deutsche Jugendkraft (DJK) etwas äußerst Vertrautes in die Augen! Ein Foto von mir, d.h. ein Foto, das ich als Zuständiger für das Concordia-Archiv und alle Chronik-Inhalte unseres Vereins nach dessen Fund sorgsam für den Verein zur Seite gelegt hatte. Die DJK war übrigens in der Weimarer Republik die katholische Sportorganisation in Deutschland.

„Wie kommt das denn hierhin?“, schoss es mir durch den Kopf. Nicht, dass ich etwa Rache für eventuelle Copyright-Verletzungen oder Ähnliches hegte ,nein, ich war im Gegenteil hoch erfreut! Sah ich doch auf dem Fotos von Mitte der 20er Jahre meinen Vater als jugendlichen Fußballspieler Concordias in der DJK-Mannschaft unter Pastor Kruse wieder! Was für eine Überraschung!

 

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Mein Vater unten ganz rechts sitzend

 

Und sogleich konnte ich mir auch einen Reim machen, wie der Autor des hoch interessanten Artikels, Dr. Hermann Queckenstedt, an das Foto von Concordias Jugendmannschaft gelangt sein konnte: Es stammte entweder aus Veröffentlichungen unseres Vereins -das Foto wurde z.B. mehrfach von mir zum Jubiläum oder auch in unserem TREFFER-Magazin veröffentlicht.

Oder, und das schien mir wahrscheinlicher, Dr. Queckenstedt hatte es einem Digitalfotoarchiv über die Geschichte der DJK selbst entnommen. Denn dorthin hatte ich vor vielen Jahren -plötzlich konnte ich mich wieder genauer erinnern- Fotos aus unserem Verein mit Bezug zur DJK gesandt.

Eine Institution, die die Geschichte der DJK im westlichen Niedersachsen aufarbeiten wollte, hatte Vereine um Fotos gebeten, denn solche gab es öffentlich damals nicht allzu häufig. Man hatte gehofft, dass in Schuhkartons oder Zigarrenkisten auf privaten Dachböden vielleicht noch einiges schlummerte.

Und genau da wurde auch dieses Foto gefunden, in einem Schuhkarton auf dem Dachboden -oder wie man hierzulande sagt, auf dem „Balken“ meines Elternhauses-, zusammen mit anderen, bisher unbekannten Fotos und Unterlagen über unseren Verein. Für Archivaren mit Bezug zu einer bestimmten Institution geradezu ein himmlischer Schatz, der die blitzartig aufgeblasenen Augäpfel sofort um zwei Zentimeter aus den Höhlen schnellen lässt, wenn man ihn sieht.

Daher ist der von den meisten so gehasste „Balken“, der „Ort des Schreckens“, auf den man sich dank der fürchterlichen Geister, die dort hausen, nur mit schlotternden Beinen begibt, in Wirklichkeit der Ort der Begeisterung, von Engeln bewohnt, allein schon wegen seiner Höhe: dem Himmel so nah. So mancher Concordia-Chronikschatz wurde an solch einem Ort „ausgegraben“. So gehet nur hin, ältere Concorden, und suchet den Schatz! Ihr werdet, wie im Himmel üblich, den Archivar zum Lobpreisen bringen und euch, selbst wenn ihr es eigentlich nicht verdient habt, zum Lobpreis vorbuchen.

Dass auf dem Balken des silieschen Hauses gerade Concordia-Schätze über viele Jahre ihr Dasein fristeten, lag natürlich daran, dass der alte Hausherr Franz Silies direkt nach dem 2. Weltkrieg als 1. Vorsitzender des SV Concordia Emsbüren zeichnete, ehe er sich dann jahrzehntelang als Bürgermeister Emsbürens hervortat. Die Liebe zu seinem Sportverein hatte er aber auch später nie verloren.

Wir fußballbegeisterten Söhne merkten dies z.B., wenn wir sonntags zur Amateurligazeit bei hoch interessanten Heimspielen die ansonsten hoch verpflichtende Andacht in der Kirche schwänzten, um Concordia unterstützen zu können. Statt empfindliche Strafen zu erteilen, gab sich der Vater nach Entdeckung der Missetat auffällig kleinlaut und kam schnell auf ein anderes Thema. Das schwarz-gelbe Herz pochte halt immer noch so laut, dass dem Hineinversetzen in die Lage der Söhne nicht auszuweichen war .

All das und noch viel mehr geht dem Vereinstreuen durch den Kopf, wenn er solche Fotos aus der Vergangenheit betrachtet, erst Recht, wenn sie so plötzlich und unerwartet ins Gesichtsfeld rücken. Fotos regen offensichtlich den Verstand und die Erinnerung mehr an als Filme. Die rauschen vorbei, Fotos bleiben stecken!

Hubert Silies

 

Allen sei der Artikel über die DJK aus unserer Region warm empfohlen! Deshalb hier die drei Seiten:

 

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