Ein Bericht von Dirk Schröer

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Das Problem ist nicht neu: Fußball spielen wollen viele, die Partien pfeifen hingegen immer weniger. Dem versucht der Schiedsrichterausschuss des Kreisfußballverbandes entgegenzuwirken.

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Dirk Schröer, selbst als Unparteiischer in der Oberliga Niedersachsen aktiv, ist im südlichen Emsland für die Aus- und Weiterbildung der Fußballschiedsrichter zuständig. In einem Brief an die Fußballvereine im Bereich schreibt er: „Gerade im letzten Jahr sind wir bei den Ansetzungen immer mehr an die Grenze gekommen. Es ist nur eine Frage der Zeit, dass Klassen wie die 3. und 4. Kreisklasse der Herren nur noch sporadisch besetzt werden können. Teilweise ist dieses auch jetzt in der 4. Kreisklasse bereits der Fall. Im Jugendbereich ist dies leider schon seit Jahren gängige Praxis.“

 

Jugendliches Alter ist ein Problem

Als eine der Ursachen des Mangels an Schiedsrichtern betrachtet Schröer auch das Alter derjenigen, die einen Schiedsrichterlehrgang besuchen: „Vor zwei Jahren haben 27 Anwärter an einem Lehrgang teilgenommen. Davon waren 20 damals 14 oder 15 Jahre alt.“ 17 dieser 20 jungen Leute hätten mittlerweile die Pfeife wieder an den Nagel gehängt. Dies sei nicht nur dem Schiedsrichterausschuss ein Dorn im Auge: „Auch für die Vereine ist es sicherlich ärgerlich, die jungen Schiedsrichter komplett neu einzukleiden, um dann doch kein nachhaltiges Ergebnis zu erzielen.“

 

Ältere Fußballer sollen dem Sport als Schiris erhalten bleiben

Nun setzt der Kreisschiedsrichterausschuss auf die Älteren: „Für einen Schiedsrichterlehrgang ist es nie zu spät, und vielleicht sind gerade die Sportkameraden, die nicht mehr selbst spielen können, interessiert, dem Sport erhalten zu bleiben – in diesem Fall an der Pfeife“, setzt Schröer auf Nachwuchs im reiferen Alter. Und er nennt zwei positive Beispiele: „Den Vereinen Concordia Emsbüren und SV Olympia Laxten ist es, auch mit älteren Kollegen, gelungen, die Strafen wegen fehlender Schiedsrichter deutlich zu reduzieren.“

Neben Geldstrafen sähen die Ordnungen des Niedersächsischen Fußballverbandes mittlerweile Punktabzüge als mögliche Sanktion vor, wenn ein Verein nicht genügend Unparteiische stellt. Von letzterer Maßnahme hält Schröer wenig, weist aber deutlich darauf hin, dass es eine Pflichtaufgabe der Vereine sei, genügend Schiedsrichter zu stellen.

 

Neuer Lehrgang

„Wir bieten zum Anfang eines jeden Jahres einen neuen Lehrgang an“, sagt Schröer. Die Lehrabend beginnen i.d.R. um 19 Uhr.  Der erste Abend dient dabei einer allgemeinen Informationen. Eine Anmeldung hierzu ist nicht erforderlich. „Danach kann sich jeder entscheiden, ob er den Lehrgang besucht.“ Rund zehn Abende mit jeweils anderthalb Stunden dauere die Ausbildung. Dann folge die Prüfung in Form eines Regeltests. Weitere Informationen seien auch auf der Homepage der emsländischen Fußballschiedsrichter www.sr-emsland.de erhältlich. „Interessierte können sich aber auch direkt unter 0176 - 2060 7082 oder per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! an mich wenden“, so Schröer.